
Am 22. Mai kommen unsere Freunde Annegret und Andreas in Poros an Bord. Zehn Tage sind wir nun zu viert unterwegs, eine schöne Abwechslung. Kurze Strecken und meist schöner Segelwind machen die zehn Tage zu einer entspannten, abwechslungsreichen Zeit. Nur der erste Tag ist nass und etwas heftig. Wir umrunden die Insel Poros bei viel Regen und starkem Wind mit Dünung. Aber dann klart es auf und wir haben eine ruhige Ankernacht in der Ormos Soupia, ein Stück südwestlich von Poros.

Nächstes Ziel: die unbewohnte kleine Insel Dokos. Hier gibt es auf der Nordseite eine große, gut geschützte Bucht, auf der Seekarte eigentlich als Sperrgebiet ausgewiesen. Als wir ankommen, liegen dort mehrere große Motoryachten. Na, dann können wir ja auch dort ankern. Am Abend, nachdem die großen Yachten ihre „Wasserspielzeuge“ eingepackt haben, wird es ruhig. Der Wind lässt nach, die Wasseroberfläche wird glatt und wir gehen zum ersten Mal in diesem Jahr vom Boot aus Schwimmen. Ist noch ganz schön kalt, das Wasser, dafür aber glasklar.



Am nächsten Tag bringt uns ein schöner Ostwind nach Ermioni. Annegret als Neuling am Ruder bringt es nur mit Vorsegel und Besan auf 6,6 Knoten. Von da an haben wir eine gute Steuerfrau mehr an Bord. Aber auch Andreas steht in den nächsten Tagen immer wieder am Ruder und hält Kurs.

In Ermioni ist viel los. Auf der Nordseite sind die wenigen Plätze im Hafen belegt. In der Bucht wird eine Marina gebaut. 300 Plätze soll sie haben. Wir legen an der Südpier an. Die kennen wir schon. 2020, in unserem ersten Jahr mit Aglaya, waren wir zum ersten Mal hier.

Nach einem schönen Spaziergang durch den Kiefernwald auf der Halbinsel geht es am nächsten Tag - wieder mit schönem Segelwind - weiter nach Porto Heli. In der großen Bucht könnten wir gut ankern, aber wir wollen mal etwas Luxus und eine warme Dusche. Daher hatten wir uns in der Marina angemeldet. Porto Heli ist zwar ein netter Ort, aber in der Marina ist es langweilig. So freuen wir uns auf unseren nächsten Ankerplatz.
In der sehr gut geschützten Bucht von Kilada legen wir uns direkt vor die prähistorische Franchthi-Höhle. Schon 20.000 Jahre B.C. haben hier Menschen gelebt. Da war der Meeresspiegel deutlich niedriger und die Menschen haben hier Vieh gehalten. Nun liegt die Höhle direkt am Meer. Natürlich machen wir mit dem Schlauchboot einen Ausflug dorthin. Unser neues Schlauchboot ist eigentlich nur für zwei Personen geeignet. Zu dritt war der Ausflug - auch wegen Wind und Welle - eine nasse und sportliche Angelegenheit. Am Abend und nachts ist die Höhle beleuchtet, ein toller Anblick.
An unserem Ankerplatz gefällt es uns so gut, dass wir noch einen weiteren Tag bleiben, schwimmen, lesen, die schöne Landschaft um uns herum anschauen und nachts natürlich den Sternenhimmel. Ganz hinten in der Bucht ist übrigens das große Boatyard von Basimakopoulos. Dort hat Aglaya den Winter 2022/2023 an Land verbracht.


Ein starker Südwind und Gewitterböen bringen uns am nächsten Tag auf die gegenüberliegende Seite des Argolischen Golfs nach Astros. Starke Böen von der Seite und eine hohe Dünung machen es uns unmöglich in dem kleinen Hafen mit Buganker und Heck zur Pier anzulegen. Gerade rückwärtsfahren ist unmöglich. So legen wir uns an einem etwas prekären Platz längsseits an die Pier. Mit Hilfe von anderen Seglern können wir uns dann doch ganz gut festmachen. Und wie meistens wird es am Abend wieder ruhig und wir können ganz entspannt in der besten Taverna von Astros Essen gehen.

Von der fränkischen Burgruine, die über Astros thront, hat man einen weiten Blick über der Golf und kann schon bis hinüber nach Nafplion sehen. Das ist unser nächstes Ziel. Leider müssen wir mangels Wind die zehn Seemeilen motoren. Als Entschädigung können wir über der spiegelglatten Wasseroberfläche fliegende Fische sehen. Im Hafen von Nafplion werden wir von zwei freundlichen Männern in orangefarbenen Westen begrüßt. Sie weisen uns einen Platz zu und nehmen unsere weißen Riesen an. Mit Wind von schräg hinten klappt auch die Rückwärtsfahrt an die Pier gut.

Nun liegen wir direkt unterhalb der venezianischen Festung Palamidi. Eine tolle Kulisse. Annegret und Andreas verbringen ihre letzte Nacht an Bord. Heute haben wir sie verabschiedet. Nun sind sie mit dem Bus unterwegs nach Athen. Wir hatten eine schöne, abwechslungsreiche und entspannte Zeit zusammen.


