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Elymnion: Ein schöner gemütlicher Ort, der den Hang hinauf klettert mit einem kleinen schmalen Fischerhafen

Loutra Aidispou: Ein Kurort mit heißen Quellen. Viele Hotels, von denen aber viele aufgrund der Krise leer stehen. Ein Bad in den 70 Grad heißen Quellen: wunderbar. Im Hafen sind wir das einzige Segelboot.

Oreoi: Auf der Nordseite der Insel mit Blick auf die Berge auf dem Festland. Hier liegen viele Segler, es gibt ein Boatyard und Mechaniker - zum Glück, denn wir haben immer noch Dreck in unserem Krafstoffsystem. Pumpe und Leitungen konnten hier gereinigt werden. Beim netten Lebensmittelhändler Vassily bekommen wir das Nötige für die Bordküche und alle Informationen, die wir brauchen.

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Auf unserem Weg nach Norden passieren wir den Petalischen Golf, zwischen Attika und der Insel Euböa, und dann den südeuböischen Golf. An seinem nördlichen Ende kommt ein etwas schwierig zu navigierendes Gebiet mit vielen Flachs und wenigen Seezeichen, bis wir im südlichen Hafen (einer großen Bucht) von Chalkis sind. Der Ausgleich der Wasserspiegel zwischen südlichem und nördlichem Teil der Meerenge führt zu chaotischen Strömungen und Strudeln, deren Gesetzmäßigkeiten selbst der größte Sohn der Stadt, Aristoteles, nicht herausgefunden hat.   Wir wissen, dass wir im Süden vor der Enge warten müssen, für die Durchfahrt die 35€ bezahlen müssen und dann wieder warten, vor Anker, denn die Brücke, über die die Hauptroute von Attika nach Euböa führt,  wird erst nachts zwischen zwei und drei Uhr geöffnet.  Der Hafenmeister entscheidet, ob Strömung und Wind eine Durchfahrt zulassen. Wir sollen (mit vier anderen Booten) ab 21.00 Uhr auf Standby sein. 

Schon die Zufahrt zum Büro am Nachmittag ist eine Herausforderung: Lauter Strudel ums Boot, die Strömung drückt den Bug permanent nach links und rechts, ein richtiges Gekurbel am Rad. Dann liegen wir vor Anker und warten. Über Kanal 12 sollen wir Bescheid bekommen. Griechische Konversation zwischen Frachtschiffen und zaghafte englische Anfragen mit französischem Akzent, wann es denn losgehen könne,  lassen auch keine richtige Stimmung aufkommen. 

Bis um kurz vor zwei die Meldung kommt, wir sollten uns fertigmachen. Also Ankerlicht aus, Positionslichter an, Motor starten, Anker aufholen. Und in langsamen große Kreisen vor der Brücke warten. Wir kamen wohl etwas nahe: „Aglaya, Aglaya, stay in your Position, there is enough time“ hören wir auf Kanal 12. 

Endlich gehts los, um halb drei: Die beiden Brückenhälften schieben sich in die Brückenköpfe, wir fahren mit anderen Booten durch - kein Wind, keine Strömung. „What a nice boat“ ruft uns der Brückenwärter zu. Im Reiseführer steht, die Meerenge wäre 40 Meter breit, wir sind uns sicher: Maximal 25. 

Hinter der Brücke in den stockfinsteren Nordhafen, nach einem rotgrünen beleuchteten Tonnenpaar ist alles nur nur noch schwarz. Einige Lichter und die elektronische Seekarte von navionics helfen uns, eine große flache Ankerbucht zu finden, um kurz vor vier gibts noch ein Ankerbier und dann wird zwecks Ankerwache im Salon geschlafen. 

Am nächsten Morgen gehts dann ziemlich müde weiter. Die Sonne scheint, es ist - leider  - windstill, das bleibt es auch fast den ganzen Tag. 

Im letzten Sommer waren die großen Brände auf der Insel Euböa auch bei uns in Deutschland in den Nachrichten. Große Flächen der schönen Vegetation fielen den Flammen zum Opfer und viele Menschen mussten um ihre Häuser fürchten.

Nun sind wir an der Südküste angekommen und machen im Hafen von Karystos fest - einem Ort am Fuß des Ochi-Gebirges. Nur wenige Segler liegen im Hafen, aber Fischfang und Fischzucht werden hier offensichtlich groß geschrieben. Kaum Touristen, nur griechische, viele kleine Läden für den alltäglichen Bedarf. Alles ganz entspannt und gemütlich. Ein Ort zum bleiben. Hier erholen wir uns von unserem Teufelsritt gegen den Nordwind. Frisch gefangene Doraden zum Abendessen, Erzählen mit den wenigen Nachbarn auf den anderen Booten, einfach mal langsam machen bis der starke Nordwind aufhört.

Doch dann geht‘s weiter nach Norden, entlang der Westküste von Euböa im Petalischen Golf. Gut dass wir sie entdeckt haben, die Ormos Boúfalo (Buffalo Bay). Zum Namen dieser schönen kleinen Ankerbucht gibt‘s eine Geschichte aus der Antike, aber das führt hier zu weit. Einige Segelboote liegen schon vor Anker als wir kommen, aber wir finden noch einen Platz direkt neben der Sandbank, die in die Bucht hineinragt. Wir haben das Gefühl, wir liegen in einem kleinen Fjord. Eine Idylle und eine ruhige Nacht.

Seit Wochen gibt es hier heftigen Nordwind. Und wir wollen nach Norden. Nachdem wir jetzt schon drei Nächte auf der schönen Insel Kea zugebracht hatten (siehe Fotogalerie).

Wir wollten es wagen: Nach Norden, nach Karistos, auf der Südseite der Insel Euböa. Wir wissen, dass wir ein extrem seegängiges Boot mit einem starken Motor haben.

Also Anker auf und Leinen los in der Voukari-Bucht/Kea. Schließlich haben wir ja ein Date mit Freunden auf Skiathos. Es ist diesig, keine Sonne, ein paar Regentopfen.

Als wir die Bucht verlassen, kommt uns ein heftiger Nord entgegen (viel stärker, als die Wind-Apps vorhergesagt hatten), dauerhaft 30, später bis 49 kn, also knackige 8-9 Windstärken. Und es hat sich, durch den langanhaltenden Nordwind, eine hohe Dünung mit Kreuzseen gebildet, die uns direkt entgegenläuft. 

Das bedeutet: Achterbahn fahren. Der Bugspriet hebt sich bis zu geschätzten dreieinhalb Metern aus dem Wasser, um dann wieder tief einzutauchen, so tief, dass das Unterliek vom Vorsegel nass wird. 

Video: Salzwasserdusche

Wir sind froh, ein so seegängiges Boot zu haben, denn die Gischt, wenn das Boot eintaucht, fliegt durch die Rumpfform bedingt tendenziell nach außen. Bis auf einige ganz hohe Wellen, da kommt dann Wasser über und wir werden geduscht. Mit Salzwasser. 

Und je näher wir dem Hafen kommen, desto stärker wird der Wind, dauerhaft 45 Knoten jetzt. Das Boot macht mit 1.500 U/min normalerweise 4,8-5 Knoten Fahrt, was ganz gut ist - jedesmal wenn es in ein Wellental eintaucht, wird es aber sehr hart abgebremst. 

So brauchen wir für die 20 Meilen doch sieben Stunden. Und nach diesem wilden Ritt fällt der Anker im Hafen von Karisto - bei Sonnenschein und plötzlicher Windstille………

Wir haben die Peloponnes hinter uns gelassen: Den Messenischen, den Lakonischen, den Argolischen, den Saronischen Golf. Dann, nach einer Nacht vor Anker direkt vor einem der markantesten Punkte Griechenlands, Kap Sounion an der Südwestecke von Attika, gehts in die Ägäis. Bei ungünstigem Nord-Nordostwind können wir die ersten zwei Stunden noch segeln, dann ist Motor angesagt, weil der Wind - mal wieder - von vorn kommt und uns zu weit nach Süden versetzt . Also die letzten acht Meilen unter Motor mit heftiger Achterbahn-Dünung. 

Dann sind wir auf der Insel Kea, in der nordwestlichen Bucht Livadi, bei starkem Wind und Schwell. Aber wir liegen gut, mit Buganker und Heckleine, die Pier ist hoch, es ist bequem auszusteigen und direkt gegenüber im Captain Louis ein Bier zu trinken - nach langem schwierigen Ankermanöver. 

Hier legen auch Fähren an - es ist aber nicht sehr touristisch und die Touristen und Besucher scheinen Einheimische zu sein, sehr angenehm. 

Wenn der Wind nicht mehr aus Nord kommt, gehts zwischen Euböa und Attika nach Norden, Richtung Sporaden. 

Kurzer Besuch auf der Insel Poros. Hier haben wir uns vor zwei Jahren vor dem Medicane versteckt.
Ankern bei Kap Sounion
Insel Kea, Ormos Livadi

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Den ganzen Tag unter Segeln bei leichtem Wind unterwegs. So segelt Walter an seinem runden Geburtstag in die Seventies. Schöner kann es nicht sein. Von Ermioni nach Poros. Hier gibt es Sekt im Cockpit und ein leckeres Essen in der Taverna Karovolos. Lamm Kleftiko, hmm …