
Um von Monemvasía aus in den Lakonischen Golf zu gelangen, muss man um das für seine unberechenbaren, oft starken Winde berüchtigte Kap Maleas nach Westen. Wir hatten das Kap bisher nur bei fast Windstille erlebt. Gisela wandert vorher wieder einmal um den Monemvasia-Fels, dann verabschieden uns von Mateo, der uns inzwischen richtig ans Herz gewachsen ist.
Windstill ist es am Kap Maleas dann nicht, aber der Wind ist schwach. Also kein Stress. Wir können das Stück bis zur Insel Elafonisos schön segeln.

Bei stärkerem Westwind liegt man am besten in der Ormos Lefki vor Anker. Das machen wir, wie viele andere Segler auch. Die Bucht ist groß, aber sie wird richtig voll. Es ist für uns schwer, einen guten Ankerplatz zu finden, zumal der Grund von Felsen, die dünn mit Sand bedeckt sind, durchsetzt ist. Nicht nur wir müssen mehrere Versuche machen, bis der Anker wirklich hält. Und dann wird es ruhig, es gibt kaum Licht und wir sehen wieder unglaublich viele Sterne. Am nächsten Morgen wird die Bucht leer, wir aber bleiben. Es ist ein schöner Platz zum Ausruhen und Schwimmen.
Nachdem wir einen Tag danach Elafonisos fast umrundet haben, steuern wir im Lakonischen Golf nordwärts. Wieder schöner Segelwind, nachmittags dreht er ja häufig auf Süd, das passt für uns. Die Bucht, in der wir dann den Anker fallen lassen, ist die „Erzengel-Bucht“, Ormos Archangelos. Wunderschön, mit einem kleinen Dorf und einem Strand, Idylle pur. Nur der Wind bläst für ein paar Stunden noch heftig. Vom Dorf kommt leise Musik aus Dimitris Bar herüber, morgens Klassik, abends Blues. Ein britischer Katamaran liegt mit uns vor Anker. Am Abend findet das WM-Spiel England-Kroatien statt, das England gewinnt. Als die Briten am nächsten Morgen ihren Anker lichten, schallt von Dimitris Bar die englische Nationalhymne herüber, und die Briten stehen an Bord, winken und blasen ihr Horn. Einfach nett, auch das ist Europa.
Auch wir machen uns auf den Weg, wieder schönes Segeln, weiter nach Norden schräg über den Golf nach Gythio. Über den hohen Bergen (einer ist 2400m hoch) braut sich ein dickes Gewitter zusammen. Erst hoffen wir, dass es uns nicht erwischt, aber dann sind wir doch mittendrin, keine Sicht, Blitz und Donner direkt über uns. Motor an, Segel runter, es wird kalt und wir sind naß. Wir nehmen direkten Kurs auf den Hafen von Gythio, wissen aber, dass wir erst nach 18.00 Uhr hineinfahren dürfen. Ein Starclipper-Segler liegt vor dem Hafen vor Anker und wir müssen warten, bis alle Kreuzfahrtgäste mit den Tendern wieder an Bord gebracht wurden. Wir warten vor Anker, der Regen zieht ab und über den Golf spannt sich ein großer Regenbogen. Wow!

Dann laufen wir in den Hafen ein. Es gibt nur wenige Plätze, aber wir hatten Nikos, der uns einen Platz zuweist, am Tag vorher angerufen. Erst mal ein Ankerschluck, aber wir haben uns zu früh gefreut, unser Anker hält nicht, wir müssen nochmal aus unserer „Parklücke“ raus, neu ankern und einparken. Das klappt dann gut, die Kette ist stramm. Nur liegt sie nun vielleicht über der Kette von unserem Nachbarn. Das kommt vor. Hoffentlich gibt es beim Ablegen keine Probleme.
Die gibt es dann am Abend auch nicht wirklich. Unser Nachbar legt ab, befreit sich von unserer Kette, was bei einem Katamaran nicht ganz einfach ist, und unser Anker hält weiter gut.
Am nächsten Tag müssen wir viele motoren. Erst gibt es schönen Νοrdwind, wir kommen damit ein Stück nach Süden. Dann müssen wir leider den Nanni anwerfen, um nach Porto Kagio kurz vor der Südspitze der Mani zu kommen. Hier liegen wir nun vor Anker, mit Wind vom Land und Schwell von See, nicht sehr gemütlich. Die Bucht füllt sich allmählich ich mit Booten und wir warten, dass der Schwell aufhört.








































