
Von unserem schönen Ankerplatz in der Bucht von Limeni machen wir uns auf zur letzten Etappe vor unserer Sommerpause - nach Kalamata. Umlaufende Winde, also muss der Motor arbeiten. Ungefähr fünf Seemeilen vor Kalamata stottert unser Nanni und geht aus. Was ist los? Schnell die Segel hoch, damit wir einigermaßen manövrierfähig sind. Zum Glück kommt allmählich Wind auf. Mehrere Versuche, den Motor wieder ans Laufen zu bringen, sind erfolglos. Walter checkt im Motorraum alles durch, kann aber die Ursache nicht finden. Zwar können wir schön Richtung Kalamata segeln, aber in die Marina hinein schaffen wir es nur unter Segeln nicht. Die Einfahrt ist eng und flach und bei dem inzwischen stark gewordenen Südwind würde es bei einem Anlegeversuch Bruch geben. Also Ankern vor der Hafeneinfahrt, kein idealer Platz. Unser (erstes!) Ankermanöver unter Segeln gelingt zwar mit einem Aufschießer, aber der Wind und die starke Dünung drücken uns Richtung Land. Der Anker hält auf Anhieb, aber unser Boot tanzt auf den hohen Wellen. Mehrere Stunden verbringen wir damit, zu beobachten, ob der Anker bei noch stärker werdender Dünung weiterhin hält. So viel Wind und Welle war von Windy nicht vorhergesagt. Ankern auf Legerwall ist wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtig. Was machen wir, wenn der Anker doch nicht mehr hält? Segel hoch und versuchen, so schnell wie möglich vom Land wegzukommen.
Wir nehmen Kontakt mit der Marina auf und fragen, ob ein Mechaniker zu unserem Boot kommen kann. An diesem Tag klappt es nicht mehr. Eine Nacht auf Legerwall vor Anker, da sind wir gar nicht glücklich. Am Abend flaut der Wind aber ab, sodass wir einigermaßen beruhigt schlafen können.

Am nächsten Nachmittag kommt Michail, der heiß ersehnte Mechaniker, mit seinem Plastikboot raus zu uns. Wir kennen ihn schon aus dem Jahr 2021, da hatten wir Aglaya im Winter hier an Land. Er sucht eine ganze Weile und findet dann den Übeltäter: Die Kraftstoffpumpe, die den Diesel in den Motor transportiert, ist kaputt. Sie ist so versteckt eingebaut, dass wir sie gar nicht gefunden hatten. Ein solches Ersatzteil haben wir nicht an Bord. Der gute Michail fährt an Land, besorgt eine neue Kraftstoffpumpe und baut sie uns ein. Er ist ein echter Pädagoge, fragt uns immer, ob wir alles verstehen, was er macht. Nein? Dann erklärt er es uns.
Und dann heißt es über Funk „Marina Kalamata, Marina Kalamata! Sailingboat Aglaya calling. Our engine is working now. Can we come in?“ Schnell sind wir weg vom Legerwall, drin in der Marina. Jetzt können wir Aglaya für die Sommerpause vorbereiten. Morgen können wir sie dann noch auf einen besser geschützten Platz verlegen. Am 26. Juni geht von Kalamata Airport unser Flieger nach Hause. Ende August kommen wir wieder an Bord. Dann geht‘s weiter um den Peloponnes ins Ionische Meer.


