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Weißer Marmor und schwarze Katzen

Dass auf Thassos schon seit der Antike Marmor abgebaut wird, ist bekannt. Bei einer Fahrt mit dem Leihwagen über die Insel sehen wir Steinbrüche in den Bergen, aber auch direkt am Meer. Dass es aber auf dieser Insel auch ungewöhnlich viele schwarze Katzen gibt, erfahren wir im Hafen von Limenária. Sie sind überall unterwegs, kommen zu uns an Bord und springen uns auf den Schoß, wenn wir abends am Strand ein Bier trinken.

Im Hafen von Limenária liegen wir geschützt vor Buganker mit dem Heck an der Pier. Ein guter Platz, um von hier aus die Insel zu erkunden. Hier gibt es keine Hafenbehörde, keinen Landstrom und auch sonst keine Infrastruktur für Segler. Aber es gibt Wasser an der Pier, so dass wir unser Deck noch einmal gründlich von Sand, Posidonia und Salz aus den Brechern von Samothraki säubern können. Hier befreien wir endlich auch unseren „Adenauer“, der sich an der Spitze des Besammastes festgeklemmt hatte.

Limenária ist eine alte Bergbaustadt. Die ersten offiziellen Rechte für den Abbau von eisen-, zink-, blei- und silberhaltigem Gestein wurden 1903 an die Firma Speidel aus Pforzheim vergeben. Da stand die Insel noch unter türkischer Verwaltung. Das Speidelschlösschen, das seit 1964 nicht mehr bewohnt wird, thront direkt über dem Hafen. Leider wird es nicht instand gehalten. Die alten Anlagen aus der Bergwerkszeit haben wir uns natürlich angeschaut und auch die „Krone von Limenária“, zwölf zu einem Kreis angeordnete Marmortafeln, die von Schülern der Stuttgarter Waldorfschule gestaltet wurden.

Bilder von Limenária und Umgebung

Das Wetter ist weiterhin sehr unbeständig, kühl, viele Wolken und ab und zu Regen. Das hält uns aber nicht davon ab, die Insel weiter zu erkunden. So fahren wir mit einem Leihwagen einen Tag lang die Südküste entlang, steigen die steilen Felsen zu einem besonderen Badeplatz (Gióla) zwischen den Klippen hinunter. Entlang der schroffen Marmorküste und schönen Sandstränden geht es dann weiter vorbei am Kloster Archangélou zur Halbinsel Alikí. Wir umrunden sie zu Fuß und bewundern die großen Marmorblöcke direkt am Meer und die Überreste der heiligen Stätten aus byzantinischer und römischer Zeit.

Bilder von Gióla und Aliki

Mit dem lokalen Bus fahren wir für einen Tag auf die Nordseite nach Liménia/Thassos. Hier herrscht reger Fährverkehr zum Festland nach Keramoti. Im alten Kriegshafen, in dem heute die Fischerboote liegen, lassen wir uns das vom Bäcker mitgebrachte Frühstück schmecken (Spinattasche und Tomatenkäsetasche). Direkt in der Stadt gibt es viele Überreste aus der Antike zu entdecken. Und oben im Wald über der Stadt bestaunen wir das Amphitheater, ganz aus weißem Marmor, das gerade restauriert wird.

Bilder von Liménia

Als es wieder sonniger und wärmer wird, ziehen wir unsere Wanderschuhe an, fahren mit dem Bus in das Bergdorf Theológos und laufen am Bachbett des Dipótamos entlang hinunter bis zur Küste. Auf einem sehr gut markierten Pfad geht es fast elf Kilometer durch abwechslungsreiches Gelände, mal an Steinmäuerchen entlang durch Olivenhaine, dann durch Eichen- und Platanenwälder und durch Kiefern und Heidekraut. In Deutschland würde man einen so gut angelegten, wunderschönen Weg als „Premium-Wanderweg“ einstufen. Außer Ziegen und Schafen haben wir hier niemanden getroffen.

Bilder von Theológos und vom Wandern

Heute gönnen wir uns noch einen Tag im Hafen, bevor wir morgen den Bug Richtung Kavala am Festland richten. 

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