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Das antike Oinádai und die Bucht von Petala

Im letzten Jahr waren wir schon einmal mit Beatrix und Peter bei der antiken Schiffswerft auf der  Halbinsel westlich von dem Lagunen-Ort Aitoliko. Wir fahren noch einmal dorthin, denn Oinádái war eine ganze antike Stadt mit einem Amphitheater und einer Stadtmauer. Das schauen wir uns noch einmal ausführlich an und entdecken dabei auch Interessantes in der Fauna, so zum Beispiel Eichen, deren Eicheln bis zu viermal so groß sind, wie wir sie aus Deutschland kennen. Und wir sind einmal wieder ganz alleine in dem Gelände unterwegs.

Da wir uns auch dieses Mal die Frage stellen, wo denn der Zugang der antiken Werft zum Meer war, fahren wir weiter auf holperigen Straßen entlang von Bewässerungskanälen bis zur Küste an der Bucht von Petala. Wir fahren durch eine auf den ersten Blick verlassene Landschaft. Aber beim näheren Hinsehen, können wir erkennen, dass hier sehr wohl Menschen leben, die das Land bewirtschaften, z.B. mit dem Anbau von Gemüse und Baumwolle (!). Baumwolle braucht viel Wasser. Deswegen sind wir erstaunt, dass ausgerechnet in einer Region, in der in der warmen Jahreszeit eher Wassermangel herrscht, Baumwolle angebaut wird. Griechenland war bis vor wenigen Jahren unter den den ersten zehn größten Baumwollproduzenten weltweit, so lesen wir es im Internet nach. Die Flüsse aus den Bergen (hier der Fluss Acheloos) haben bisher wohl immer genug Wasser gebracht. Und es gibt ein ausgefuchstes Bewässerungssystem, das auch heute noch funktioniert. Ob der Rückgang der Produktion eher mit der Krise oder mit dem Klimawandel zu tun hat, oder mit der Globalisierung, konnten wir nicht feststellen. Vermutlich wird wohl die Globalisierung ein wesentlicher Faktor sein.

An der Bucht von Petala kommen wir dann ans Meer. Wir sehen Holzhäuser, kein Mensch ist zu sehen, alles sieht sehr ärmlich aus. Aber die Häuser sind bewohnt. Wovon leben die Menschen hier? Vermutlich nicht vom Fischfang, denn wir sehen keine Fischerboote. Aber es gibt Verschläge mit Ziegen und Schafen und an einer Stelle sogar Kühen. Alle Tiere sind sehr mager, nicht wie bei uns auf den Weiden. Der Autor Petros Makaris schreibt in seinen Essays davon, dass es in Griechenland vor der Beitritt zur EWG/EU eine „Kultur der Armut“ gab. Viele Menschen waren arm, aber sie schafften es in Armut in Würde zu leben. Das hat sich geändert, die Ansprüche sind gestiegen und viele leben auf Pump, so schreibt er. Aber hier in dieser auf den ersten Blick verlassenen Region gibt es diese „Kultur“ vielleicht noch. Wir sind beeindruckt und berührt.

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