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Delphi – Orakel und Nabel der Welt


Der Bus von Itea, wo unser Boot im Hafen liegt, nach Delphi fährt um 7.15 - keine Ahnung, wann wir zum letzten Mal so früh aufgestanden waren…….Aber dafür Sonnenaufgang in Delphi, der etwas bleiern-bedeckt war, aber sehr stimmungsvoll.
Zuerst geht es wenige Klometer durch die fruchtbare Ebene am Fuß des Parnassos-Gebirges, Olivenbäume soweit das Auge reicht. Dann schraubt sich der Bus in atemberaubenden Spitzkehren und steilen Anstiegen 10 km hoch ins Gebirge. Senkrechte Felswände, schroffe verkarstete Felsen, eindrucksvoll.
Das Apollo-Heiligtum befindet sich auf einer Terrasse direkt vor einer riesigen Felswand, die Tempel und die Gebäude sind sozusagen an den Felsen geklebt, unglaublich. Und in einer ungeheuren Dichte, eine ganze Stadt hoch über der Ebene, dahinter nackter senkrechter Fels, davor ebenso.
Delphi galt zu seiner Blütezeit im 5./4. Jahrhundert als der Nabel der Welt: Es war der Mittelpunkt der damals bekannten Welt zwischen Italien und dem westlichen Mittelmeer und der Levante bis nach Kleinasien und Armenien. Vorher ging die bekannte Welt allerdings viel weiter nach Osten, in mykenischer Zeit und auch noch danach kamen durch den Handel neuartige Materialen, neue Techniken und neue Formen in der bildenden Kunst und im Handwerk hierher, sie wurden bei den Tempelbauten nachempfunden und verarbeitet - cultural fermentation, wie in Mykene auch.
Die griechischen Städte und Stadtstaaten brachten hier ihre reichhaltigen Opfergaben dar, es gab für jede Stadt/ jeden Staat einen kleinen Tempel, in dem die Geschenke gelagert wurden. Alle vier Jahre fanden die pythischen Spiele hier statt, jeweils ein Jahr vor den olympischen Spielen, eine religiös-sportliche Veranstaltung, die alle griechischen Stämme versammelte.
Natürlich prägten die verschiedenen Epochen die Bauten, das Stadion, unglaublich hoch an den Berghang gebaut, hatte noch keine steinernen Sitz-Tribünen, die bauten erst die Römer. Direkt unterhalb des Stadions das Amphitheater mit einem gigantischen Blick über das Gebirge bis zum Meer.
Unterhalb der riesigen Anlage ein Heiligtum der Athene Pronaia, hier wurde der Göttin der Weisheit, der Fruchtbarkeit und der Gesundheit gehuldigt.
Am Eingang zum Tempelbereich gibt es ein archäologisches Museum, das Hunderte von Exponaten zeigt, teilweise aus den Geschichtsbüchern bekannt. Auch hier wieder sehr interessant und eindrucksvoll die verschiedenen Einflüsse des Mittelmeerraumes, wenn etwa die Säule, die eine Schenkung aus Naxos war, eine ägyptische Sphinx trägt.
Wir verraten nicht, zu was wir das Orakel befragt haben. Aber wir wissen ja: Wenn die Frage klug gestellt ist, kann man sich die Antwort oft selbst erschließen.

Delphi - ein einmaliges Erlebnis.

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