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Die Insel des Ikarus ist wild

Bei der Insel Ikaría war Ikarus so hoch geflogen, dass die Sonne das Wachs schmelzen ließ, das seine Flügel zusammenhielt - er stürzte ab, sein Vater Dädalus begrub ihn hier - soweit die Sage, ein riesiges eindrucksvolles Denkmal auf der Hafenmole in Agios Kyrikos erinnert daran. 

Wir kamen die 47 Seemeilen von der Südküste der Insel Chios mit Nordnordwestwind und einer sehr starken Dünung nach Ikaría. Am Nachmittag nahm der schon starke Wind noch einmal zu und wir hatten mit heftigen Böen, die von den hohen Bergen der Insel herunterschossen zu kämpfen. Also mal wieder ein heftiger Ritt.

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Den Hafen Agios Kyrikos anzulaufen, wird im Törnführer nicht empfohlen - es gibt hier die stärksten Fallböen der Ägäis, heißt es. Wir haben es geschafft, es sind uns keine Segel vom Mast gerissen, aber wenn man morgens im Cockpit sitzt und Zucker in den Kaffee tun will, ist der Löffel zu Dreiviertel leer, wenn er über der Tasse ankommt (im Hafen!).

Ikaría - eine sehr wilde Insel, mit Schluchten, senkrechten Felswänden, winzigen Buchten und malerischen Dörfern, die teilweise so eng sind, dass es einem Angst und Bang werden kann, wenn man - so wie wir - mit dem Mietauto hineinfährt. Wie kommen wir hier wieder heraus? So auch die halsbrecherisch angelegten Serpentinenstraßen um die vielen Felsvorsprünge, teilweise in knapp 1000m Höhe über dem Meer, mit senkrechten Abbrüchen direkt neben der schmalen Straße. 

Ag. Kyrikos ist sehr griechisch, sehr entspannt, sehr ruhig, die wenigen Touristen hier sind meist auch Griechen. Sehr verwinkelte Gassen, man kommt manchmal kaum an den Stühlen und Tischen der Restaurants vorbei.

Wir liegen in einer winzig kleinen Marina, die zwar funktionierende Wasseranschlüsse hat, aber keinen Strom. Dafür kostet es aber auch nichts. Und: In der Felswand am Rand der Marina entspringt eine heiße radiumhaltlige Heilquelle. Im zwei Kilometer entfernten Ort Therma kann man darin baden, dort fließt sie direkt ins Meer. Man schwimmt durch 50m Meerwasser, zurzeit 20 Grad, dann ist man in einem natürlichen Becken wie in einer Badewanne, schätzungsweise 40 Grad warm, das Wasser kommt direkt aus einer Grotte in der Felswand. 

Ikaría - alles in allem eine wunderschöne Mischung aus schroffer Wildheit, verstärkt noch durch die extrem starken Winde, und gemütlicher entspannter Idylle. 

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