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Landausflug ins Gebirge

Das Land hinter den Lagunen von Messolonghi ist wild. Ein schroffes, steiles, teils verkarstetes, teils vulkanisches Gebirge mit ungeheuren Felsabstürzen, senkrechten Felswänden und Schluchten. Wir sind nach Kato Retsina gefahren, einem winzigen Dorf auf einer Felskante oberhalb von Messolonghi (siehe auch „Wissenswertes“). Schon hier hat man einen gewaltigen Blick auf die Ebene, die Lagune und das Meer, natürlich auch auf das Varasova-Gebirge gegenüber von Patras. Hier waren wir schon, denn Anatoli hat hier, genau an der Kante, ein Restaurant mit diesem unglaublichen Blick. 

Diesmal hatten wir einen Tipp von unseren Marina-Nachbarn Tony und Pat. Wir fuhren also von Kato Retsina noch weiter hinauf ins Gebirge, mit wilden Schluchten und oft Fernblick aufs Meer, auf die südlichsten ionischen Inseln Kefallonia und Zakynthos. Die Straßen schmal und in keinem guten Zustand, aber das war erst ein Vorgeschmack.

Jenseits der Passhöhe öffnete sich ein riesiges grünes Tal, begrenzt von steilen grünen Hängen, man fühlt sich ans Tessin oder ans Piemont erinnert, mit uralten Eichen und weiter unten Esskastanien (Käschte, wie der Pfälzer sagt). Kleine Dörfer, Ziegen, die die Hänge hinaufkraxeln, und die Straßen immer schmaler. Manchmal geht es in den Kurven direkt neben der Straße senkrecht nach unten, mehrere hundert Meter tief, es wird einem beim Fahren fast schwindlig. Die Beschilderung natürlich auch nicht immer so besonders eindeutig, so dass wir mehrmals umdrehten, weil wir ernsthafte Zweifel hatten, ob wir überhaupt noch weiterkommen. 

Zu der weiten Ebene mit zwei Binnenseen unter uns schraubten wir uns in wilden Serpentinen hinunter. Damit war die spektakuläre Landschaft aber noch nicht zu Ende: Unten angekommen, ging es nach wenigen Kilometern, wieder Richtung Südwesten, in eine Schlucht. Rötlich-weiße senkrechte Felswände begrenzten die Straße, die durch die Schlucht führte, die die Landschaften  der Karl-May-Filme wirklich in den Schatten stellt. Wir hielten oft, um zu fotografieren, auch weil die Abendsonne ein wunderbares kräftiges rötliche Licht bewirkte. 

Plötzlich waren wir aus der Schlucht heraus und wieder in der Ebene, vorbei an den Lagunen mit den Pelikanen und den Flamingos, zurück nach Messolonghi. Das Festland ist ein ebenso unglaublich schroffes, wildes und zerklüftetes Land wie der Peloponnes - faszinierend. 

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