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Das wunderschöne Städtchen Nafplion ist die frühere griechische Hauptstadt von der Unabhängigkeit 1829 bis 1832. Eine ursprünglich mykenische Siedlung, später dann von den Byzantinern erobert, von den Franken, den Venezianern und den Türken, die letzteren beiden wechselten sich in kurzen Abständen ab.
Die griechische Nationalversammlung wählte 1832 den Wittelsbacher Otto von Bayern (!) zum König - bestimmt hatten die europäischen Zentralmächte Deutschland, Russland und Frankreich die Hand im Spiel, die Griechenland in seinem Freiheitskampf gegen die Türken unterstützt hatten. Otto begann seine Regentschaft mit 17 Jahren - immerhin regierte er 30 Jahre lang, bis er nach einem Aufstand zum Abdanken gezwungen wurde. Eine wichtige Entscheidung seiner Regierung: Er führte für das Bierbrauen das deutsche (bayerische) Reinheitsgebot ein: Die Biere, die man in Griechenland trinken kann, Mythos, Alpha, Fix, Mamos, Zeos und noch ein paar, schmecken ausgezeichnet.
Gigantisch ist die Festung Palamidi auf einem steilen Felsen, 216 m über dem Meer, venezianisch- türkischer Stil, erreichbar über knapp 1000 Stufen den Felsen hoch. Oben hat man neben der beeindruckenden Festung, innerhalb derer auch eine kleine byzantinische Kirche steht, einen weiten Ausblick auf Argolis im Norden und Arkadien im Süden. Auf der Südseite der Festung eine große türkisblaue Badebucht, von der Stadt zu Fuß in 10 Minuten zu erreichen.
Die Stadt selbst liegt zwischen dem Felsen (auf dem auch noch eine zweite, kleinere Festung steht) und dem großen Hafen. Am Rand des Hafens mitten im Wasser noch eine kleine Festung, Bourtzi, nur mit dem Boot erreichbar.
Kleine Gassen, mit Marmor gepflastert, Boutiquen, Werkstätten, in denen Olivenholz bearbeitet, Schmuck hergestellt oder Sandalen genäht werden, machen das Flair aus. Ebenso die unzähligen Tavernen und Kneipen, die natürlich hervorragende Fischgerichte kredenzen, aber auch Klassiker wie Moussaka, gefüllte Tomaten, Lamm mit Zitronensauce - wunderbar. Das Flair ist städtisch, man merkt, dass Nafplion einmal griechische Hauptstadt war.
Der Reiseführer sagt: Nafplion ist ein Traumziel. Stimmt. Wir waren fünf Tage da und es war wunderbar.

Festung Palamidi
1000 Stufen
Schöne Häuser und schöne Plätze
Enge Gassen mit vielen Tavernen
Griechisches Bier mit deutschem Reinheitsgebot: Mythos schmeckt uns am besten
Stadtstrand


One remembers the history lessons and the pictures in the history books: The gigantic Lion's Gate, of which we still do not know how the huge stone blocks were piled up to the wall and the gate and in general to the citadel. According to the legend it was Perseus, son of Zeus and Danae, who founded Mycenae and commissioned the Cyclops to build the wall.
We are in Argolis, no longer in Arcadia, but the landscape is similar. Between two hills overlooking the sea, Mycenae is about 20km northeast of Nafplion. The huge citadel looks from a distance as if it had grown out of the hill. You walk through the huge walls through the lion's gate to a circular burial chamber, diameter about 15 meters, 5 meters deep. Then through a quarter where the craftsmen and artists lived and worked, an area of cult practice, and up above is the citadel. Heinrich Schliemann, who you meet everywhere here, and who "excavated" Mycenae, dated Mycenae to the classical Greek period, the golden mask, also in every history book, was for him the mask of Agamemnon.
This is one of the reasons why we know Mycenae as one of the most important origins of the Greek culture and connect it with the confederations of cities, with Athens and Sparta, with Classical Greece, eighth to third century BC, also with the classical epics and tragedies.
Meanwhile it has been found that Mycenae is much older, until 2000 of the pre-Christian period, first beginnings around 3000 at the beginning of the Bronze Age. Corresponding cult objects, but also articles of daily use and weapons are exhibited in the Archaeological Museum, which is located nearby - naturally also statues and findings from the Greek period.
Thus Mycenae stands for centuries and millennia of development from the settlement, agriculture and handicraft up to the Greek/hellenic high culture and thus for the change, with which following settlers or also occupiers, who took over and integrated positive elements of the culture found for them in each case. The museum uses a very appropriate term for this: "cultural fermentation", and today we are of course also a part of it.


Man erinnert sich an den Geschichtsunterricht und die Bilder in den Geschichtsbüchern: Das gigantische Löwentor, von dem man bis heute nicht weiß, wie die riesigen Steinquader zur Mauer und zum Tor und überhaupt zur Zitadelle aufgetürmt wurden. Nach der Sage war es Perseus, Sohn des Zeus und der Danae, der Mykene gründete und die Zyklopen mit dem Bau der Mauer beauftragte.
Wir sind in Argolis, nicht mehr in Arkadien, die Landschaft ist allerdings ähnlich. Zwischen zwei Hügeln mit Blick Richtung Meer liegt Mykene etwa 20km nordöstlich von Nafplion. Die gewaltige Zitadelle sieht von weitem aus, als wäre sie aus dem Hügel herausgewachsen. Man geht durch die riesigen Mauern durchs Löwentor zu einem kreisrunden Begräbnisraum, Durchmesser bestimmt 15 Meter, 5 Meter tief. Dann durch ein Viertel, in dem die Handwerker und Künstler gelebt und gearbeitet haben, einen Bereich der Kult-Ausübung, und oben thront die Zitadelle. Heinrich Schliemann, der einem hier überall begegnet, und der Mykene „ausgegraben“ hat, datierte Mykene auf die klassische griechische Zeit, die goldene Maske, auch in jedem Geschichtsbuch, war für ihn die Maske Agamemnons.
Unter anderem deshalb kennen wir Mykene als einen der wichtigsten Ursprünge der griechischen Kultur und verbinden es mit den Städtebünden, mit Athen und Sparta, mit dem klassischen Griechenland, achtes bis drittes vorchristliches Jahrhundert, auch mit den klassischen Epen und Tragödien.
Mittlerweile hat man herausgefunden, dass Mykene wesentlich älter ist, bis 2000 der vorchristlichen Zeit, erste Anfänge um 3000 zu Beginn der Bronzezeit. Entsprechende Kultgegenstände, aber auch Gebrauchsgegenstände und Waffen sind im Archäologischen Museum ausgestellt, das sich in der Nähe befindet - natürlich auch Statuen und Fundstücke aus der griechischen Zeit.
So steht Mykene für Jahrhunderte und Jahrtausende von Entwicklung von der Sesshaftwerdung, Landbau und Handwerk bis zur griechischen/ hellenischen Hochkultur und damit für den Wandel, bei dem immer wieder nachfolgende Siedler, oder auch Besatzer, die für sie positiven Elemente der jeweils vorgefunden Kultur übernommen und integriert haben. Das Museum benutzt dafür einen sehr zutreffenden Begriff: „Cultural Fermentation“, und wir sind heute natürlich auch ein Teil davon.

Epidauros is the most impressive and best preserved theatre of the ancient world in Greece, according to the guide book. 2300 years old, it can hold up to 14,000 spectators and has excellent acoustics that all visitors try out. Excavations by Greek archaeologists prove that Epidauros was a place of worship for religious acts in ancient times. Since the 5th century it has also hosted festivals, with sporting disciplines and artistic competitions. Every year, in July and August, there is a theatre festivals of international standing.
During our visit to Epidauros, the large car park is almost empty and the festival has not taken place this year. Also one of the effects of the Corvid pandemic. As sad and bad as it is for all those whose livelihoods are linked to it, for us this emptiness is pleasant. We don't have to wait at the ticket counter and we can take photos where no tourist is to be seen.

What we didn't realize was that the rise of Epidaurus was inseparable from the cult of Asclepius, god of medicine, son of Apollo and Coronis. His birthplace was located there. So Epidaurus was not only a place of worship in ancient times with temples and porticoes, but also a spa with hospitals, amusement parks, hotels and later on, with the Romans, thermal baths were added. Healing was probably done by hypnosis, but also by baths, relaxation and mental stimulation, for example theatre performances. We could well imagine all this while walking through the extensive excavation area. So the combination of medical and psychotherapeutic treatment methods, which is successfully practised today, also has its roots in the ancient world on Peleponnes. Learned something again!

Epidauros ist das eindrucksvollste und am besten erhaltene Theater der Antike in Griechenland, so steht es im Reiseführer. 2300 Jahre alt, kann es bis zu 14.000 Zuschauer aufnehmen und hat eine exzellente Akkustik, die alle Besucher ausprobieren. Die Ausgrabungen griechischer Archäologen belegen, dass Epidauros bereits im frühesten Altertum als Kultstätte für religiöse Handlungen diente. Seit dem 5. Jahrhundert fanden dort auch Festspiele statt, mit sportlichen Disziplinen und künstlerischen Wettbewerben. Jährlich gibt es hier auch heute im Juli und August Theaterfestspiele von internationalem Rang. 

Bei unserem Besuch in Epidauros ist der große Parkplatz fast leer und Festspiele haben in diesem Jahr nicht stattgefunden. Auch eine der Auswirkungen der Corvid-Pandemie. So schade und schlimm das für alle ist, deren Broterwerb damit verbunden ist - für uns ist diese Leere angenehm. Wir müssen am Ticketschalter nicht warten und können Fotos machen, auf denen kein Tourist zu sehen ist.

Was uns nicht bewußt war: Der Aufstieg von Epidaurus war untrennbar mit dem Kult um Asklepius, Gott der Heilkunde, Sohn des Apollon und der Koronis, verbunden. Seine Geburtsstätte hat man dort verortet. So war Epidauros nicht nur eine Kultstätte der Antike mit Tempeln und Säulenhallen sondern auch ein Kurort mit Krankenhäusern, Vergnügungsstätten, Hotels und später bei den Römern kamen noch Thermen hinzu. Die Heilung erfolgte vermutlich durch Hypnose, aber auch durch Bäder, Entspannung und geistige Anregung, beispielsweise Theatervorstellungen. All das konnten wir uns beim Wandern durch das weitläufige Ausgrabungsgelände gut vorstellen. So hat die heute erfolgreich praktizierte Verknüpfung von medizinischen und psychotherapeutischen Behandlungsmethoden auch Wurzeln in der Antike auf dem Peleponnes. Wieder was gelernt!


Ovid sang about it, Goethe praised it, and according to the travel guide, even Ernst Bloch was already here: Arcadia, place of longing and fascinating ideal "golden" landscape. And, to quote the travel guide again: "Home of the shepherd god Pan: rugged mountains, gnarled pastures and empty villages, sad myths and places of warlike encounters".
We approached Arcadia from the sea. Beautifully rolling hills that change colour depending on the position of the sun and the time of day, from green to brown. In the background, steep rock falls, red karst near Leonidi. The land is barren - except for the alluvial fans of the rivers, which have created fertile plains, olives, vegetables, wine, citrus fruits are cultivated, here are also the cities. Small fishing villages like Kyparissou, Paralio Astros, very idyllic, tiny harbours and beautiful anchor bays. This is one of the reasons why the Roman consul, orator and politician Herodes Atticus built his huge vila here 1900 years ago - with a view of the sea, but seven kilometres away. Next to this villa is the small Monatserste of Loukos with its uniquely beautiful garden. Here a nun explains the difference between Greek Orthodox and Russian Orthodox Church (none except for a few other holidays), then she invites you to a glass of water with homemade marshmellow-like sweets.
Besides Roman remains and Byzantine monasteries and churches, there are also Frankish fortresses in Arcadia - Franconia is the collective term for crusaders here.
A beautiful, harsh region, you can understand the praise of this country.

Kiparissou
Plaka/Leonidi
Port of Paralia Astros
Paralia Astros: View from the castle
Paralia Astros: a frankonien castle again
At the beach
Pedestrian area
Monastery Loukos

Ovid hat es besungen, Goethe hat es gelobt, laut Reiseführer war sogar Ernst Bloch schon hier: Arkadien, Sehnsuchtsort und faszinierende ideale „goldene“ Landschaft. Und, um den Reiseführer nochmal zu zitieren: „Heimat des Hirtengottes Pan: schroffe Berge, knorrige Weiden und leere Dörfer, traurige Mythen und Orte kriegerischer Begegnungen“.
Wir haben uns Arkadien von See aus genähert. Schön geschwungene Hügel, die je nach Sonnenstand und Tageszeit ihre Farbe wechseln, von Grün bis Braun. Im Hintergrund steile Felsabstürze, roter Karst bei Leonidi. Das Land ist karg - bis auf die Schwemmfächer der Flüsse, die fruchtbare Ebenen geschaffen haben, es werden Oliven, Gemüse, Wein, Zitrusfrüchte angebaut, hier sind auch die Städte. Kleine Fischerdörfer wie Kyparissou, Paralio Astros, sehr idyllisch, winzige Häfen und schöne Ankerbuchten. Auch deshalb baute der römische Konsul, Redner und Politiker Herodes Atticus hier vor 1900 Jahren seine riesige Vila - mit Blick aufs Meer, allerdings sieben Kilometer davon entfernt. Neben dieser Villa das kleine Nonnenkloster Loukos mit einmalig schönem Garten. Hier erklärt einem eine Nonne den Unterschied zwischen griechisch orthodoxer und russisch orthodoxer Kirche (keiner bis auf ein paar andere Feiertage), dann lädt sie auf ein Glas Wasser zu selbstgemachten marshmellow-ähnlichen Süßigkeiten.
Außer römischen Überresten und byzantinischen Klöstern und Kirchen gibt es auch fränkische Festungen - Franken ist hier der Sammelbegriff für Kreuzfahrer.
Ein schöner herber Landstrich, man kann die Lobeshymnen über dieses Land verstehen.

Das idyllische Kiparissou
Plaka/Leonidi
Im Hafen von Paralia Astros
Paralia Astros: Blick von der Festung aus
Paralia Astros: Wieder eine fränkische Festung
Am Strand
In der Fußgängerzone
Kloster Loukos