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Das grosse Hoch über Russland, Litauen und Belarus bringt seit Tagen einen starken, kalten Wind ins Schwarze Meer. Von dort bläst er aus Nordost in die Ägäis und weiter nach Westen durch fast den gesamten Mittelmeerraum. Über die teilweise noch schneebedeckten Berge der Peloponnes saust er heftig und eisig kalt herunter nach Kalamata. Heute am Sonntag flüchten wir in der Hoffnung auf etwas Wärme mit dem Bus nach Koroni. Vor zwei Jahren haben wir vor Koroni schon einmal eine warme Sommernacht vor Anker verbracht.

Koroni liegt etwa 50 km südlich von Kalamata an der Westseite des Messenischen Golfs. Die Reste der venezianischen Festung sieht man schon von Weitem. Steigt man hinauf, hat man einen tollen Blick über den gesamten Messenischen Golf, nach Kalamata, zu den hohen Bergen des Taygetos bis zum Cap Tenaro. Wir haben in den letzten Jahren ja schon einige venezianische Festungen erstiegen. Aber noch nie haben wir eine besucht, in der sich innerhalb der Festungsmauern so viele ”normale” Wohnhäuser befinden. Sogar ein Nonnenkloster kann man darin besichtigen. So früh im Jahr ist es hier im Ort Koroni beschaulich und gemütlich. Im Sommer ist das sicher ganz anders. Die schönen Sandstrände ziehen viele Sommerurlauber an. Wir genießen die Wärme und Ruhe.

Hier in Kalamata hat die Segelsaison noch nicht begonnen. Viele Boote stehen an Land - so wie Aglaya auch. Wir könnten noch gar nicht raus ins Wasser, denn wir sind eingeparkt. Zum Glück zeigt unser Heck in Richtung Hafen. So haben wir zumindest einen schönen Blick und können die Sonne untergehen sehen, wenn sie sich denn zeigt. Unsere “Parklücke” sollten wir auch noch gar nicht sofort verlassen. Es fehlen noch zwei Lagen Antifouling am Unterwasserschiff. Und auch ansonsten gibt es noch jede Menge Wartungs-, Erneuerungs- und Pflegearbeiten zu tun, die an Land erledigt werden können. Am 28. März ist unser Kran-Termin.

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10. März 2022: Wir sind auf dem Weg zu unserem Boot. Flug nach Athen und dann mit dem Bus nach Kalamata. Griechenland! Wir denken an Sonne und Wärme. Aber schon die Wetterfrösche haben uns eindeutig darauf vorbereitet, dass es aktuell in Griechenland kälter ist als zu Hause in Deutschland. Sie hatten Recht: Athen empfängt uns mit Schneetreiben bei zwei Grad plus. Na ja, aber Kalamata liegt ja noch ein ganzes Stück südlicher. Mal schauen. Wir fahren mit dem Bus quer durch die ganze Peloponnes und was sehen wir: schneebedeckte Berge. Warum haben wir nicht unsere Tourenschi mitgenommen? In unserem Gepäck sind stattdessen Reinigungs- und Pfegemittel fürs Boot, eine Schleif- und Poliermaschine … nix für den Wintersport. Wir planen halt langfristig und das Ziel ist, mit einem gut gewarteten und gepflegten Boot in eine schöne Segelsaison zu starten.

Aber auch in Kalamata: tagsüber sechs Grad und nachts manchmal knapp unter Null. Das ist nicht heimelig und schon gar nicht das wahre Griechenland-Feeling! Wir setzen darauf, dass der Frühling kommt und dann mit Macht.

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”Manchmal kommt es anders…”, so haben wir die Zeit an Bord von Aglaya im vergangenen Jahr überschrieben. Nun haben wir unsere Erlebnisse in Bildern und Videos in drei kurzen Filmen zusammen gefasst. Mal reinschauen? Hier geht’s zu den Filmen.

Inzwischen sind wir seit fast drei Wochen wieder zu Hause in Heidelberg - gut angelegt und den Kälteschock schnell überwunden. Aglaya steht gut abgedeckt an Land in Kalamata. Wir haben schnell unsere Winterkleidung herausgeholt und bewegen uns nun an Land. Der Blick auf unser Wohnzimmerfenster hält die Sehnsucht nach dem Segeln wach (obwohl es sich hier um ein ganz anderes Boot handelt, das Modell der ca. 25m langen Tuiga, gebaut 1909, immer noch im Mittelmeer unterwegs und es gewinnt auch noch Regatten). Zum ersten Advent haben wir ihr heute einen Stern über den Bug gehängt.

Wir wünschen euch allen eine schöne Adventszeit - an Bord oder an Land, wo auch immer ihr seid.

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Nach vier Besuchen (= 4 Tage mit 3 Personen incl. Samstag und Sonntag) hat es geklappt: Der viel zu kleine Travellift hat uns auf Land gehoben. Aglaya steht hoch und trocken - ein Logenplatz über der Marina von Kalamata. Kein Schaukeln mehr. Aber das ist das Problem: ein total blödes Gefühl, denn das Gleichgewichtsorgan und das Körpergefühl gleichen die kleinen Bootsbewegungen aus, wenn man sich an Bord bewegt oder wenn es Welle gibt. Und jetzt nichts mehr. Aber das Gefühl, dass es schaukelt, bleibt. Erst recht, wenn man auf die Boote sieht, die im Wasser schaukeln……..

Ein paar Tage Arbeit am Boot für das Einwintern, und ein Auftrag für den Service, und im Winterhalbjahr wird der Rumpf grundlegend überholt und neues Antifouling (gegen Bewuchs) aufgebracht. 

Noch einige Reinigungs- und Pflegearbeiten, dann wird im März noch Ölwechsel gemacht und Kühlflüssigkeit ausgetauscht - dann kann die Saison 2022 losgehen. 

Aber jetzt erstmal 3 Stunden mit dem Bus durch die wilde Peloponnes-Halbinsel und über den (immer noch gesperrten) Kanal von Korinth nach Athen. Dort eine Nacht im Hotel, natürlich mit vorherigem langen Rundgang über die spektakuläre Akropolis und in die chaotisch verwinkelte Altstadt Plaka - dann am 8. November geht der Flieger ins kalte trübe Deutschland - nach Hause zu Freunden, Chor, Band……darauf freuen wir uns.