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Nach einer Segelsaison gibt es einiges zu tun, damit das Boot mit allem dran und drin gut gepflegt und gewartet in die Winterpause geht. Die Segel werden gut eingepackt. An Deck werden alle Teile aus Metall gereinigt und poliert. Auch das Holz braucht Pflege. Das Einölen des Teakdecks heben wir uns allerdings für das Frühjahr auf. Der Anker hat wohl ab und zu an Felsen geschabt. So ist seine Spitze rostig und muss abgeschliffen, neu grundiert und gestrichen werden. Schmutz und dunkle Flecken werden vom Rumpf entfernt. Alles wird auf kleine Schäden und die Funktionstüchtigkeit geprüft. Insbesondere der Motor braucht Aufmeksamkeit. Die beiden Dieseltanks sollten fast voll sein und ein Mittel gegen Dieselpest eingefüllt werden. Ölfilter und Öl werden gewechselt, die Keilriemen werden gespannt. Ein kleines Leck im Kühlwassersystem muss abgedichtet werden. John, der Segelmacher, kommt extra von Prevezza um die notwendigen Maße für ein neues Vorsegel aufzunehmen. Und eine größere Waschaktion ist fällig. Zum Glück scheint die Sonne auch in der zweiten Oktoberhälfte oft noch so intensiv, dass alles innerhalb weniger Stunden trocken wird. Es ist ein bißchen so wie ein Großputz daheim. Da sitzt man danach ja auch zufrieden bei einem Glas Wein und freut sich über sein blitzblankes Zuhause. 

High above Patras lies one of the most famous vineyards in the world - Achaia Clauss. It is named after the landscape Achaia of the northern Peloponnese, and its founder, the Bavarian Gustav Clauss, who originally wanted to establish a fruit export company here. But wine went better, and so he founded the winery in 1861. It has been closed since March because of Corona, we were told. But when a sliding gate opened at the stately park and a car came out, we drove in before the gate closed. 

From the residential building you have a gigantic view of Patras, the fertile plain, the gulf and behind it the wild mainland mountains. The villa looks like a Byzantine fortress, very solid and luxurious. We have never seen a larger winery - and this although we know many in the Palatinate.......

So we drove up and met a winemaker who explained that it was closed, but who showed us around - exclusively! - and explained everything. 

The black Daphne (19) is said to have worked in the bottling plant, Clauss fell in love with her and named his first wine after her - Mavrodaphne. Mavrodaphne is not only available as a sweet, dark red, heavy dessert wine, but also as a dry and white wine. Other classic grapes are also cultivated, in addition to Chardonnay, Merlot, Syrah, Cabernet, Cinsault the autochthonous Greek ones such as Moschofilero, Roditis, Athiri and Mavro. 

Many celebrities have been here or have had wine sent from here: Franz Liszt, the Austrian Empress Sissi, Bismarck, Josefine Baker, Gary Cooper - also Vladimir Putin. 

Hoch über Patras liegt eins der berühmtesten Weingüter der Welt - Achaia Clauss. Benannt nach der Landschaft Achaia des nördlichen Peloponnes, und seinem Gründer, dem Bayern Gustav Clauss, der hier ursprünglich eine Obstexportfirma gründen wollte. Aber Wein ging besser, und so gründete er 1861 das Weingut. Es ist seit März wegen Corona geschlossen, sagte man uns. Als aber an dem hochherrschaftlichen Park ein Schiebetor aufging und ein Wagen herauskam, fuhren wir hinein, bevor das Tor schloss. 

Vom Wohngebäude aus hat man einen gigantische Blick auf Patras, die fruchtbare Ebene, den Golf und dahinter das wilde Festlandsgebirge. Die Villa ist einer byzantinischen Festung nachempfunden, sehr gediegen und luxuriös. Wir haben noch nie ein größeres Weingut gesehen - und das, obwohl wir viele in der Pfalz kennen…….

Wir fuhren also hoch und trafen einen Weinmacher, der uns erklärte, dass geschlossen sei, der uns aber trotzdem - exklusiv! überall herumführte und alles erklärte. 

Die schwarze Daphne (19) soll in der Flaschenfüllanlage gearbeitet haben, Clauss verliebte sich unsterblich in sie und nannte seinen ersten Wein nach ihr - Mavrodaphne. Den  gibt es übrigens nicht nur als süßen dunkelroten schweren Dessertwein, sondern auch trocken und auch weiß. Es werden auch andere klassische Trauben angebaut, neben Chardonnay, Merlot, Syrah, Cabernet, Cinsault auch die autochthonen griechischen wie Moschofilero, Roditis, Athiri und eben Mavro. 

Viele Berühmtheiten waren hier oder haben sich von hier Wein schicken lassen: Franz Liszt, die österreichische Kaiserin Sissi, Bismarck, Josefine Baker, Gary Cooper - auch Wladimir Putin. 

Wegen Corona sind Weinproben verboten - so mussten wir einige Flaschen sozusagen blind mitnehmen, wir sind gespannt. 

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Von Trizonia aus ging’s weiter entlang der Nordküste des Golfs von Korinth Richtung Golf von Patras, zunächst nach Nafpaktos. Da waren wir -  allerdings ohne Boot - vor einem Jahr mit Beatrix und Peter und haben das wunderbare Städtchen, die venezianische Festung und den spektakulären kleinen Hafen bewundert, näheres dazu unter „Wissenswertes“.  

Nafpaktos war - Samstag Abend - total voller meist junger Leute, die Cafés und Tavernen bis auf den letzten Platz besetzt. Hier merkte man mal mit Ausnahme der Masken der Kellnerinnen und Keller nichts von Corona. 

Es gibt neuerdings einen Schwimmsteg außerhalb der Stadtmauer, an dem man festmachen kann, denn der Hafen ist so winzig, dass man lieber nicht hineinfährt - zumindest nichtmit einem Boot unserer Größe. Der Steg hat den Nachteil, dass er völlig ungeschützt vor Wind und Dünung ist, was wir deutlich zu spüren bekamen. Am Nachmittag kam heftiger Wind mit starker Dünung auf, das Boot tanzte auf und ab, Leinen und Befestigungsklampen kamen an ihre Belastungsgrenze, glücklicherweise beruhigte sich das Spektakel am Abend. 

Am Sonntagmorgen brachen wir bei Flaute auf, weiter nach Westen. Bei der Einfahrt in den Golf von Patras unterquert man die spektakuläre Rion-Brücke, die den Peloponnes bei Patras mit dem Festland verbindet. Man meldet sich bei Rion Traffic auf Kanal 14 und muss die Höhe des Mastes angeben. Die ist bei uns 15 Meter, kein Problem bei einer größten möglichen Durchfahrtshöhe von 45 Metern in der Mitte. Trotzdem ein mulmiges Gefühl, wenn man etwas weiter von der Mitte wegdirigiert wird und der Abstand zwischen Mastspitze und Brücke vielleicht 5 Meter ist, spannend von unten zu sehen. 

Nach der Brücke kommt schon das steile Varasova-Gebirge, sozusagen der Hausberg von Messolonghi. Dann die riesigen weiten Lagunenlandschaften, wo die Wassertiefe abrupt teilweise bis auf 30 cm zurückgeht. Bei der Einfahrt in den Kanal muss man auch aufpassen, denn er ist ausgebaggert und neben der Fahrrinne stehen die Reiher und liegen die flachen Boote der Aalfänger. Der Badestrand Tourlida und die Pfahlbauten der Fischer (siehe auch den Beitrag in „Wissenswertes“) sind uns mittlerweile vertraut und bald sind wir in der Marina und machen fest. Wieder direkt vor der Bar. Mimis, der Barmann, freut sich, uns wiederzusehen, wir uns auch. Auch Dimitris, „unser“ Elektriker ist gerade da, beide sind befreundet. Ihre Söhne gehen in die gleiche Schulklasse. 

Wir sind also wieder „zu Hause“, der Kreis hat sich geschlossen, wir haben in zweieinhalb Monaten den Peloponnes umrundet. 600 Seemeilen und viele Landmeilen, zu Fuß und manchmal mit Leihauto oder auch mit Bus. Es war eine ganz wunderbare Reise in einem faszinierenden wilden Land, mit viel Geschichte und offenherzigen Menschen. Wir werden noch lange daran zurückdenken und die vielen Eindrücke verarbeiten. 

Stadtmauer und Festung von Nafpaktos
Hafeneinfahrt von Nafpaktos
Und so sieht sie von unserem Liegeplatz am Schwimmsteg aus.
Da hinten liegt unser Boot.
Auf dem Weg zur Rion-Brücke
Einfahrt in den Kanal von Messolonghi
Schön hier. Wir mögen Messolonghi sehr.

From Trizonia we continued along the north coast of the Gulf of Corinth towards the Gulf of Patras, first to Nafpaktos. There we were - but without a boat - one year ago with Beatrix and Peter and admired the wonderful little town, the Venetian fortress and the spectacular little harbour, for more details see "Things to know".

Nafpaktos was - Saturday evening - totally full of mostly young people, the cafés and taverns filled to the last seat. Here you didn't notice anything of Corona except for the masks of the waitresses and cellars.

There is now a floating dock outside the city wall where you can moor up, because the harbour is so small that you'd rather not go in - at least not with a boat of our size. The pier has the disadvantage that it is completely unprotected from wind and swell, which we clearly felt. In the afternoon a strong wind with a strong swell came up, the boat was dancing up and down, lines and fastening cleats were at their limit, fortunately the spectacle calmed down in the evening.

On Sunday morning we set off in the calm, further west. Entering the Gulf of Patras, we crossed under the spectacular Rion Bridge, which connects the Peloponnese near Patras with the mainland. You have to contact Rion Traffic on channel 14 and indicate the height of the mast. The height is 15 metres in our case, no problem with a maximum possible passage height of 45 metres in the middle. Nevertheless it is a queasy feeling to be directed a little further away from the centre and the distance between the top of the mast and the bridge is maybe 5 metres, exciting to see from below.

After the bridge there is already the steep Varasova mountain, so to speak the local mountain of Messolonghi. Then the huge, wide lagoon landscapes, where the water depth abruptly drops to 30 cm. When entering the canal you have to be careful, because it is dredged and next to the fairway are the herons and the flat boats of the eel catchers. The bathing beach Tourlida and the pile dwellings of the fishermen (see also the article in "Things to know") are meanwhile familiar to us and soon we are in the marina and mooring. Again directly in front of the bar. Mimis, the barman, is happy to see us again, and so are we. Also Dimitris, "our" electrician is there right now, both are friends. Their sons go to the same school class.

Citywall of Nafpaktos
Nafpaktos: Entrance into the harbour
And so it looks from outside, where we moore with our boat.
Do you see our boat?
Heading Rion-Bridge
Entering the Channel of Messolonghi
It‘s beautiful here. We like Messolonghi.

Trizonia is a tiny island directly opposite the northern mainland in the Gulf of Corinth. It is so small that there is only one small shop that closes at the end of the season. Then you have to take the small ferry boat five minutes to Glifada on the mainland to do some shopping. You hardly see any cars, because there are almost no roads. At the small market place there are three taverns and two cafés and like everywhere else they are populated with countless cats. In the harbour at the back of the island in a small bay, there are boats that you get the impression that they will never leave here - as well as their owners who live on them. 

That it should be beautiful here can also be seen from the fact that the European long-distance hiking trail E 4 runs across the island. There are various hiking trails to the capes, from which you have a wonderful view of the Gulf and the opposite Peloponnese with its steep, massive mountains. 

The colours, we found, are particularly intense or particularly good to experience and enjoy here. Rusty brown tones on the paths, from the clay on the white karst rock, but also from marble terraces. White the rocks and also the little houses. Dark red - there is a "Red Beach" here with dark red pebbles, bauxite-containing rock that is mined a few miles further east on the mainland. 

Blue - turquoise - green in countless shades the sea, depending on the incidence of light and the condition of the ground. 

Other shades of green are formed by the fresh pine trees, which stand close together in some places. 

Other shades of green and also silver dominate in the interior of the island: Countless ancient olive trees with their silvery green leaves and the silver-grey gnarled trunks. 

We have managed to get away again - because we still have a lot to do here in Greece.

Trizonia ist eine winzige Insel direkt gegenüber des nördlichen Festlands im Golf von Korinth. Sie ist so klein, dass es nur einen kleinen Laden gibt und der hat nach Saisonende zu. Dann muss man mit dem kleinen Fährboot fünf Minuten nach Glifada ans Festland zum Einkaufen fahren. Autos sieht man auch fast nicht, denn es gibt so gut wie keine Straßen. Am kleinen Marktplatz befinden sich drei Tavernen und zwei Cafés und wie überall sind sie bevölkert mit unzählige Katzen. Im Hafen auf der Rückseite der Insel in einer kleinen Bucht gibt es Boote, von denen man den Eindruck hat, dass sie hier nie mehr wegkommen - ebenso wie ihre Besitzer, die darauf leben. 

Dass es hier schön sein sollte, kann man auch daran erkennen, dass der Europäische Fernwanderweg E 4 über die Insel führt. Es gibt verschiedene Wanderwege zu den Kaps, von denen man eine wunderschöne Aussicht auf den Golf und den gegenüberliegenden Peloponnes mit seinen steilen wuchtigen Bergen hat. 

Die Farben, fanden wir,  sind hier besonders intensiv oder besonders gut zu erleben und zu genießen. Rostbraune Farbtöne auf den Wegen, vom Lehm auf dem weißen Karst-Gestein, aber auch von Marmor-Terrassen. Weiß die Felsen und auch die kleinen Häuschen. Dunkelrot - es gibt hier einen „Red Beach“ mit dunkelroten Kiesstrand, bauxithaltiges Gestein, das einige Meilen weiter östlich auf dem Festland abgebaut wird. 

Blau - türkis - grün in unzähligen Schattierungen das Meer, je nach Lichteinfall und Untergrund-Beschaffenheit. 

Andere Grün-Töne bilden die frischen Pinien, die an einigen Stellen dicht an dicht stehen. 

Im Inneren der Insel dominieren andere Grün- und auch Silbertöne: Unzählige uralte Olivenbäume mit ihren silbrig grünen Blättern und den silbergrauen knorrigen Stämmen. 

Wir haben es geschafft, wieder wegzukommen - denn wir haben noch viel vor hier in Griechenland.