Willkommen! Dies ist die Website von Gisela und Walter Würfel. Hier berichten wir über die Reisen und das Leben auf unserer Segelyacht Aglaya. / Welcome! This is the website of Gisela and Walter Wuerfel. Here we report about the journeys and the life on our sailing yacht Aglaya.
So hat in den letzten Monaten häufig der Bericht des Deutschen Wetterdienstes zur Wetterlage im Mittelmeer begonnen. Manchmal gibt es als Zugabe auch noch einen Trog, der bis in die Ägäis reicht und sich mal verstärkt oder abschwächt. Dazu gehört ein Hoch über dem türkischen Festland. Erfahrene Ägäis-Segler wissen, was das bedeutet: Wind aus Nord, mal stärker, mal schwächer. Sein Name: Meltemi oder auch Etesien.
Bisher dachten wir, der Meltemi bläst am stärksten im Juli und August, vielleicht auch noch im September. Unsere Erfahrungen in diesem Jahr (dem ersten in der Ägäis) sind anders. Gefühlt hatten wir seit Juni fast immer Nordwind, oft sehr stark mit bis zu 40 Knoten in den Spitzen. Zum Glück gibt es in der Ägäis viele kleine Häfen und Buchten, in denen wir den Meltemi abwettern konnten. Aber der dauernde starke Wind zerrt doch manchmal auch an unseren Nerven. Kann es nicht mal über einen längeren Zeitraum einen richtig schönen, gemäßigten Segelwind geben? “In der Ägäis hat man entweder zu viel Wind oder zu wenig”, sagte uns ein Bootsnachbar. Recht hat er.
Nun wettern wir gerade wieder einen Meltemi im Hafen von Adamas auf Milos ab. Seit gestern bis zu 42 Knoten in den Spitzen. So soll es noch bis Mittwoch bleiben. Dann eine Pause von einem Tag. Und dann wieder Starkwind von Nord. Wir warten darauf, dass dann bald mal ein Bericht des Deutschen Wetterdienstes anders anfängt und zum Beispiel nördliche, östliche oder südliche Winde um die vier Bft. voraussagt. Schließlich wollen wir nach Westen Richtung Peloponnes.
Über die Vulkan-Insel Milos hatten wir schon zu Hause viel gelesen und angeschaut. Neben Astipaleia war dies die zweite Kykladen-Insel, die wir unbedingt besuchen wollten. Also machten wir uns - als der Meltemi nachgelassen hatte - von Ios aus auf den Weg. Mit Wind aus Nordnordwest um die 20 Knoten kamen wir gut nach Westen voran. Etwas über 40 Seemeilen bis zum Hafen Adamas auf Milos. Da legten wir vorher noch eine Ankernacht auf Kimolos in der Paragonisi Bay ein. Eine große Bucht, kein Schwell, Sonnenuntergang und wenige Minuten später kam der Vollmond über die Berge. So schön! Auf dem Weg dorthin hatten wir noch die schroffen, bizarren und farbigen Felsen an der Südküste der kleinen Insel Polyaigos bewundert. Nach einer ruhigen Nacht ging`s weiter an bizarren Felsenformationen vorbei nach Milos in die große Bucht von Adamas. Wir legten uns an den Schwimmsteg im Hafen, waren erstaunt, dass um diese Zeit noch so viele Boote unterwegs waren. Mit uns wollten fünf andere Boote fast gleichzeitig anlegen. Offensichtlich ist die Chartersaison noch nicht vorbei und Milos ein begehrtes Ziel.
Wir sind ja nicht nur gerne auf dem Wasser unterwegs, wir schauen uns auch das Land an. Es war klar, dass wir uns für Milos Zeit nehmen. Aber was sollen wir über diese spektakuläre Insel schreiben? Wo anfangen? Wir sind wieder gewandert und für einen Tag haben wir uns ein Auto gemietet, haben die Nordostseite und die Südküste mit ihren spektakulären Felsabstürzen und Stränden gesehen. Die Bilder am Ende dieses Blogeintrags sprechen für sich. Vulkanismus pur, geologisch hochinteressant. Eine kleine Bucht war nur über zwei Leitern in einem schmalen Felsspalt erreichbar. Ob wir Rentner uns trauen, da herunter zu steigen - zumal das Sicherungsseil abgerissen war? Haben wir geschafft! Wir sind doch noch fit und recht angsfrei, waren ja auch viel in den Alpen unterwegs. Und im Meer geschwommen sind wir auch noch. Das Meer ist noch recht warm, aber es gab noch zusätzlich warme Quellen, die aus den Felsen fliessen. Und am Strand wies ein Schild darauf hin, dass der Sand sehr heiß sein kann. Das Thermometer im Sand zeigte 80 Grad an. Also: Schaut euch die Bilder an. Milos ist einzigartig!
Nun haben wir zwei Tage Regen und es kündigt sich der nächste Meltemi an, Nordwind ohne Ende. Wir dachten, im Oktober wird es hier mit dem Wind etwas gnädiger. Eigentlich wollen wir uns nach Norden hangeln, über die Inseln Serifos und Kythnos, um dann hinüber an den Peloponnes nach Poros zu segeln. Nein, dass muss nicht sein bei 40 Knoten Wind! Wir können uns Zeit lassen, haben auch ein bisschen was am Boot zu arbeiten. Wir bleiben noch ein paar Tage auf dieser interessanten Insel, wettern den nächsten Meltemi ab und wollen dann einen langen Schlag nach Westen nach Monemvasia machen.
Über 30 Seemeilen von Amorgos ohne Wind, also motoren. Denn wir wollten nach Ios, um dort sicher den nächsten Meltemi abzuwettern und um vielleichjt mit der Fähre einen Tagesausflug nach Santorini zu machen. Die Hektik auf Santorini mit den vielen Ausflugsbooten, Fähren und Kreuzfahrtschiffen wollten wir uns mit dem eigenen Boot nicht antun, vor allem nicht bei angekündigtem Meltemi.
Zuerst gab es für uns in Ios Port nur einen unruhigen Platz an der Südpier, die zudem so niedrig war, dass wir unsere Passarelle auf allen vieren hochklettern mussten. Der Wind war hier nicht das Problem, Der Anker hielt gut. Aber der Schwell der Fähren bereitete uns zwei unruhige Nächte mit einem Tag Bootswache dazwischen.
Dann konnten wir uns weiter in das Innere des Hafens verlegen. Kaum lagen wir schön fest, da mussten wir schon wieder weg, um einem Tankschiff Platz zu machen, das offensichjtlich die ganze Insel mit Sprit versorgt. Also das zweite Ankermanöver - mit etwas Stress, da wir die Ankerkette des neben uns liegenden Katamarans erwischt hatten und uns davon erst befreien mussten. Dabei verloren wir einen Festmacher, den wir bei der Befreiungsaktion verwendet hatten, im Hafenbecken. Zum Glück fischte ihn die Katamarancrew heraus. Auf der Pier fanden wir ihn wieder. Da hatten wir inzwischen schon den optimalen Platz im Hafen gefunden - an der Ostpier, ganz innen. Wenig Wind, aber den Schwell der Fähren hatten wir trotzdem, allerdings in abgeschwächter Form. Anker saß gut, Fender gut platziert, das beobachteten wir einen Tag lang, und dann konnten wir unser Boot alleine lassen und die Insel erkunden.
Ios war in den 70iger Jahren die Insel der Hippies. Inzwischen ist sie zur Insel der Party feiernden Youngsters geworden. Die Chora ist zwar wunderschön, aber in jedem dritten Haus befindet sich ein Nachtclub oder eine Disco. Manche machen erst nachts um ein Uhr auf. Nix für uns. Aber den Aufstieg zur Kapelle auf dem Gipfel über der Chora haben wir schon gemacht, um beim Sonnenuntergang einen tollen Blick über die umliegenden Inseln zu haben, bis nach Santorini.
Ja Santorini - den Besuch mit der Fähre konnten wir nicht machen. Nebensaison, da fahren nicht mehr so viele Fähren und bei Meltemi sowieso nicht. Wir hätten zu einem horrenden Preis in Santorini übernachten müssen. Und mit dem eigenen Boot? Da für die nächsten zwei Wochen Nordwind angesagt war, wollten wir nicht noch weiter nach Süden. Also kein Santorini, nicht schlimm, es gibt ja so viele interessante Inseln hier. Aber beim Abwettern des Meltemi haben wir dann Ios zu Fuß und mit dem Leihauto erkundet. Es gibt nicht nur Discos und Nachtclubs. Natürlich haben wir das Grab von Homer ganz im wilden Norden der Insel besucht. Die inzwischen völlig leeren Bilderbuchsandstrände haben uns fasziniert, die wilde felsige Berglandschaft, die vielen Terrassen, die heute zum großen Teil nicht mehr bewirtschaftet werden und die Vielfalt der Gesteine: Marmor, Gneis, Schiefer, Granit, Bims, Lava. Von See aus karg anzusehen und dann beim näheren Hinschauen so viele Farben!
Ja, das ist für uns auch immer wieder ein Thema: Haben wir beim Ankern genügend Kette gesteckt? Ich bin diejenige von uns beiden, die den Anker fallen lässt und sich darum kümmert, dass er sitzt und hält.
Am einfachsten ist es beim freien Ankern in einer Bucht. Auf die Art des Untergrundes achten, Sand oder Schlick sind gut, auf Seegras gräbt der Anker sich oft schlecht ein, Fels - das geht gar nicht. Die Wassertiefe, der Abstand zum Ufer oder zu einzelnen Felsen und anderen Booten, Windstärke, all das ist zu beachten bevor die Kette rausläuft.
Generell gilt: Lieber mehr Kette stecken als zu wenig. Wir haben 100 Meter. Bisher haben wir bis zu 60 Meter gebraucht. Aber es macht ein gutes Gefühl, wenn dann noch 40 Meter im Kasten sind.
Schwierig ist es manchmal, wenn wir uns mit dem Heck zur Pier im Hafen vor Buganker legen. Das ist in fast jedem griechischen Stadthafen der Fall, also fast immer. Wie ist der Untergrund im Hafen? Was liegt dort auf dem Boden? Vielleicht eine dicke Grundkette quer durch den ganzen Hafen, wie in Ios Port? 30 Meter entfernt von der Pier. Wo liegen die Anker der anderen Boote? Wieviele Meter Kette kann ich dann maximal stecken? Zum Glück fährt Walter, der beim Hafenmanöver am Ruder steht, langsam und ruhig herum, sodass wir uns im Ruhe alles anschauen können. Hektik ist nicht hilfreich, aber Erfahrung und Geduld. Da haben wir inzwischen zugelegt. Trotzdem gibt’s dann manchmal doch Anspannung. Einmal - auf Euböa - hat sich die Ankerwinsch nicht gerührt, als ich die Kette rauslassen wollte. Die Kontakte im Druckknopf waren völlig korrodiert. Zum Glück konnten wir längsseits anlegen und das in Ordnung bringen.
Spannend kann es auch beim Einholen der Kette werden, wenn die Kette eines anderen Bootes über unserer liegt und wir sie mit unserem Anker hochholen. Wir hatten schon Glück und sind die fremde Kette durch Hin- und Hermanövrieren wieder losgeworden. Aber manchmal gibt es richtig Arbeit: die Kette des anderen so weit hochziehen, bis man eine Leine darunter durchziehen kann, dann die Leine fixieren, den eigenen Anker wieder herunter lassen und sobald der frei ist, die Leine unter der fremden Ankerkette herausziehen. Klingt einfach, hat bisher auch immer funktioniert, aber danach war ich immer k.o.
In Ios Port konnten wir beobachten, wie ein Boot, das seinen Buganker ausgebracht hatte, später bei starkem Wind längsseits auf die Pier gedriftet ist, weil der Anker ausgebrochen ist. Hätte, hätte … mehr Ankerkette? Da steckt man nicht drin. Auch unser Anker ist schon mal gerutscht, sodass wir mit dem Heck näher an die Pier geraten sind. Dann ist es gut, wenn man noch ein paar Meter Kette einholen kann.
Nach 40 Seemeilen mit teils heftiger Dünung (immerhin der richtige Wind) fanden wir die Ankerbucht, die uns unser Bootsnachbar in Astypalea empfohlen hatte - gegen Dünung gut geschützt, aber nicht gegen Wind, und davon gab es wirklich genug. Eine winzige Bucht im Nordwesten von Amorgós, ziemlich flach, und als wir um die schroffen Felsen herum waren, sahen wir: es liegen schon sechs Segelboote hier und einige Fischerboote. Also mussten wir ganz nahe an den Ausgang der Bucht, und das bei 30 Knoten Wind von vorn und beiderseits ziemlich nah an den Felsen. Es blies die ganze Nacht, aber der Anker hielt gut. Und es war eine sehr dunkle Nacht: Neumond, kein künstliches Licht und kaum Sterne, da der Himmel zum großen Teil bewölkt war. Fast ein bisschen unheimlich, aber das ist wohl eine Sache der Gewöhnung.
Am nächsten Tag gings weiter nach Katapola, den Haupthafen von Amorgós. Der Ort liegt am Ende einer weiten hügeligen Bucht, fast auf jeder Kuppe ein winziges Kirchlein. Hinter der langen Pier, an der auch die Fähren anlegen, ein gemütliches kleines Dorf mit Kneipen, kleinen Supermärkten, Bars und bunt bemalten Häusern, großteils kleine Hotels oder Studios, sehr angenehm.
Ein Bus fährt über die sehenswerte Chora auf die Ostseite der Insel, und die hat es in sich: Hunderte von Metern hohe senkrechte Felsabstürze bis ins Meer, mittendrin auf halber Höhe an den senkrechten Fels geklebt: ein weißes Kloster, wenige Meter breit und drei kleine Stockwerke hoch. Man muss auf Treppen und steilen Wegen aufsteigen, es gibt keine Straße. Die Eingangstür ist gerade mal 1,60m hoch, man kriecht fast steile Treppen, durch Steinbögen stabilisiert, hoch in die Kirche, voll mit Ikonen und Holzschnitzereien. Eine Treppe höher nimmt man Platz in der „guten Stube“ der Mönche und wird bewirtet mit Honig-Ouzo-Likör (Rakomelo), Wasser und diesen leckeren Loukoumi. Der Blick ist unbeschreiblich, man hängt sozusagen in der Felswand senkrecht über dem Meer. Wir fragen, ob das Kloster immer so blütenweiß aussieht und erfahren, das einmal im Jahr sechs Menschen, die vom obersten Stockwerk mit Klettergurt und Seilen herunter gelassen werden, eine Woche lang das ganze Gebäude neu weißeln.
In Katapola gibt es noch etwas sehr Bemerkenswertes: einen kleinen botanischen Garten, direkt hinter dem Dorf. Es wachsen mediterrane Kräuter und Bäume, mit erklärenden Schildern versehen. Der Garten wird von jungen Einheimischen gepflegt, die auch die kleine Taverne am Eingang und einen Kräuterladen betreuen. Und: Ende September gab es abends einen Jazzgitarristen, der Swing und Bossa Nova spielte, und zwar mit großem Können - vom Feinsten!
Die Insel ist touristisch - allerdings kein Massentourismus wie in Kos, sondern eher Individualtouristen, mit Rucksäcken und Wanderschuhen. Auch die kleine Chora ist gemütlich, mit winzigen Plätzen mit Bars unter Tamarisken.
Bei dem gut einstündigen Abstieg von der Chora nach Katapola hatten wir auf gut gekennzeichneten Wegen entlang von Mauern und Terrassen grandiose Ausblicke zum Meer - eine rundum wunderschöne Insel. Da konnten wir auch einen slippenden Anker, damit verbunden einen Platzwechsel und eine versehentlich gezogene Nachbarankerkette verkraften …
Gut 40 Seemeilen waren wir von Kardamena aus unterwegs. Unser Ziel: Astypaleia. Diese Insel wollten wir unbedingt besuchen. Erst ging es entlang der Südküste von Kos bei schönem Segelwind. Dann drehte der Wind mehr auf Nord und eine starke Dünung führte dazu, dass wir den direkten Kurs auf Astypaleia nicht halten konnten. Damit wir noch vor Einbruch der Dunkelheit ankommen konnten, motorten wir das letzte Stück.
Astypaleia ist bestimmt eine der schönsten Inseln in der Ägäis. Sie hat die Form eines Schmetterlings mit nur 100m Breite an der schmalsten Stelle bei einer Gesamtausdehnung von etwa 25 mal 15 km. Über dem winzigen alten Hafen (maximal 12-14 Boote passen rein) thront majestätisch die Chora, weiße Kykladenhäuschen mit brauner Burg obendrauf. Die Burg ist nicht von Kreuzfahrern oder Osmanen gebaut, sie war Teil des Dorfes und Schutz vor Piraten. Von fast jedem Punkt auf der Insel sieht man dieses Wahrzeichen. Außerdem stehen gegenüber acht Windmühlen, die aber mittlerweile nicht mehr in Betrieb sind.
Wir wollten uns ein Auto mieten, haben dann aber festgestellt, dass die Landschaft so schön ist, dass man am besten wandert: Rostbraun leuchtende Hügel mit vielen tief eingeschnittenen Trockentälern, ab und zu grüne Olivenbäume, im Kontrast dazu das tiefblaue oder türkisgrüne Wasser in den unzähligen Badebuchten. Karge Landschaft, teilweise Karst, bewachsen mit Millionen von Silberdisteln, die jetzt allerdings golden glänzen, und verschiedenen harten stacheligen Salzkräutern. Am Zusammenfluss von mehreren Tälern ein Süßwasserstausee, aufgestaut zum Wasserspeicher. Die ganzen Hügel (bis 500m hoch) durchzogen von Schotterpisten und Ziegenpfaden - manchmal klingt es wie in den Alpen: die Ziegen tragen Glocken. Man läuft auf den Schotterpisten und Pfaden weit auf den Höhen mit gigantischen Ausblicken. Nur die alte Mühle, die auf einem zentralen Aussichtspunkt steht und die zur Cocktailbar umgebaut ist, hatte wegen Saisonende leider geschlossen.
Der Hafen ist klein und familiär, drumherum einige Bars und Cafés, in denen die Einheimischen sitzen - Touristen sieht man hier kaum. Kurz gesagt: eine Idylle. Wir sind eine ganze Woche geblieben, der Abschied fiel schwer.
Kardamena liegt im Süden von Kos, westlich und östlich erstrecken sich lange schöne Sandstrände. Seit Kos allerdings einen Flughafen hat, der von vielen deutschen und englischen Destinationen direkt angeflogen wird, gibt es bei diesen Stränden viele riesige Hotelburgen. Das nette kleine Dorf mit seinem ebenfalls kleinen Hafen wird von Touristen geradezu überrannt, wenn morgens die Ausflugsschiffe zur Vulkaninsel Nisyros starten - dasselbe Bild abends zurück. Aber das Dorf hat sich seinen netten Charakter weitgehend bewahrt und es hat uns gefallen.
Oberhalb des Dorfes, 5km Fußweg durch Olivenhaine und kahle macchiabewachsene nur von Ziegen bewohnte zerklüftete Vulkanlandschaft liegt die Johanniterfestung Antimachia, mit weitem Blick über das Meer - und über die Hotelburgen. Am Eingang steht ein Grieche mit klassischer Efzonen-Tracht, der uns einiges aus der Geschichte erklärt.
Hier in Kardamena war Claudias Segelzeit mit uns zu Ende, ihr Freund Pepi kam aus Thessaloniki und beide fuhren nach Kalymnos zum Wandern.
Als wir dann nach einigen Tagen in Richtung Astypaleia aufbrachen, mussten wir (früh wegen der langen Strecke) vor den auf Piratenschiff gestylten Ausflugsschiffen los und es kam, wie es kommen musste: ein Ausflugsschiff hatte seinen Anker beim Anlegen am Vorabend über unsere Kette gelegt und wir hingen fest. Gisela, die in Vathys auf Kalymnos viel Erfahrung mit Ankersalat gemacht hatte, dirigierte unser im Hafen festhängendes Boot so lange nach vorwärts, rückwärts, nach rechts und links, bis unser Anker sich unter der anderen Kette herausgeschoben hatte. Derweil stand der Kapitän des Ausflugsschiffes auf seiner Brücke und beobachtete das Schauspiel. Nach einer halben Stunde waren wir frei und es ging los Richtung Astypaleia.
Kardamena hat einen entscheidenden Vorteil, auch deshalb hat es uns hier ganz gut gefallen: Man zahlt weder Liegegebühr noch Wasser noch Elektrizität - alles frei. Da konnten wir es auch leicht ertragen, dass auf allen Großbildschirmen in den Bars und Kafenions einen ganzen Tag lang die Feierlichkeiten zur Beerdingung von Queen Elizabeth liefen.
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